Eine Ärztin unterwegs im Hohen Atlas
Seit jeher werden in den Dörfern des Hohen Atlas im Süden Marokkos Teppiche geknüpft. Doch gibt es in dieser entlegenen Region kaum medizinische Versorgung. Gemeinsam mit einem lokalen Teppichproduzenten macht Label STEP regelmässige Besuche einer Ärztin in diesen Bergdörfern möglich: Sie soll untersuchen und helfen, aber auch informieren.
Die Anfahrt zu den Dörfern der Aït Ouaouzguite-Stämme ist unwegsam und kurvenreich. Der grösste Teil der Menschen die hier leben, verdienen einen Teil ihres Unterhalts mit Teppichknüpfen – einem uralten regionalen Traditionshandwerk. So ist denn auch im 2’000-Seelen-Dorf Amassine eine Teppichproduktion angesiedelt, die vom österreichischen Professor Wilfried Stanzer geführt und von Label STEP verifiziert wird. Da es in den abgelegenen Berggebieten so gut wie keine medizinische Versorgung für die Teppicharbeiterinnen und ihre Familien gibt, haben der Ländervertreter von Label STEP und Label STEP-Lizenznehmer Professor Stanzer gemeinsam ein Projekt ins Leben gerufen. Das Fundament für diese Initiative wurde bereits 2004/2005 mit einem Pilotprojekt gelegt.
Information hilft
Aus kulturellen Gründen ist es für die Frauen dieser Dörfer besonders schwierig, an ärztliche Hilfe und Medikamente zu gelangen. Label STEP konnte nun aber im nächstgelegenen grösseren Ort eine Ärztin engagieren, die drei Dörfer der Region einmal pro Monat per Auto besucht. Dabei geht es einerseits um die medizinische Versorgung der Anwohnerinnen und Anwohner, andererseits soll aber auch Zeit bleiben für Information und Beratung. Besonders medizinisches Basiswissen soll vermittelt werden, aber auch über Familienplanung und Gynäkologie soll die Ärztin mit der Bevölkerung sprechen. Professor Stanzer hat für die Untersuchungen vorerst Räumlichkeiten in seinem Gäste-Haus in Amassine zur Verfügung gestellt, doch ist der Bau eines von ihm finanzierten Untersuchungsraumes geplant. In den anderen Dörfern sind die Gemeinden für die Räumlichkeiten aufgekommen. Im ersten Jahr des dreijährigen Projekts ist die medizinische Versorgung und Beratung kostenlos. In den Folgejahren wird eine kleine finanzielle Beteiligung der Patienten verlangt, dies auch, um die Nachhaltigkeit des Projekts zu stärken.
Label STEP darf sich bei diesem Projekt über das Engagement vieler lokaler Projektpartner freuen, denen die medizinische Versorgung der Region am Herzen liegt. So stellt zum Beispiel das marokkanische Pharmaunternehmen Cooper Maroc sämtliche Medikamente zur Verfügung. Momentan bemüht sich Label STEP um ein Engagement der marokkanischen Regierung für das Projekt.






