Afghanistan - mit Fair Trade-Teppichen einen Schritt aus der Krise
Einladung zum Pressegespräch
Seit einem Jahr ist Label STEP in Afghanistan aktiv und kämpft als erste Organisationen im Land für einen fairen Teppichhandel und gerechte Arbeitsbedingungen für die Knüpferinnen. Vom 14. Bis 17. Januar 2012 berichten wir auf der Domotex-Messe in Hannover von den Strategien und Erfolgen dieser Entwicklungszusammenarbeit – aber auch von den Hindernissen und Problemen in einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Unser Ländervertreter Ismail Wameq, der in Afghanistan für Label STEP tätig ist, wird persönlich zugegen sein und erstmals der Presse zur Verfügung stehen. Bitte kontaktieren Sie uns für einen Termin.
Handgefertigte Teppiche gehören zu Afghanistans wichtigsten Exportgütern, trotz lang anhaltender Phasen von politischer Instabilität, Krieg und Terror. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens eine Million Afghanen direkt oder indirekt in der Teppichindustrie tätig sind. Dabei gehören die afghanischen Teppiche zum qualitativ Besten, was der Markt zu bieten hat. Neben traditionellen Orientteppichen gewannen in letzter Zeit auch zeitgenössische Designs internationale Auszeichnungen. Nicht zuletzt der Erfolg des afghanischen Pavillons an der Kunstbiennale von Venedig 2005 gab dem afghanischen Teppich einen Erfolgsschub.
Die Realität vor Ort ist allerdings schwierig: Die Armut der Bevölkerung äussert sich in hohen Analphabetenraten (knapp 57 Prozent bei Männern, über 87 Prozent bei Frauen) und der Tatsache, dass ein Drittel der Menschen unterhalb der Armutsgrenze lebt. Die Arbeiter in der Teppichindustrie kennen oft ihre Grundrechte nicht und erhalten keine fairen Löhne. Vielen Familien fehlt es an Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu Schulen – vor allem Mädchen erhalten oft keine Schulbildung.
Label STEP hat seine Arbeit in Afghanistan – unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Inter-nationale Zusammenarbeit (GIZ) – sorgfältig vorbereitet, mit der ersten umfassenden sozioökono-mischen Feldstudie zum Teppichknüpfen im Land. Basierend auf den so gewonnen Erkenntnissen und den Erfahrungen aus anderen Ländern sollen auch in Afghanistan die Knüpferinnen in erster Linie befähigt werden, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern. Label STEP hilft ihnen, sich zu organisieren, auszutauschen und gemeinsam ihre Situation zu verbessern. Zum Team von Label STEP gehören auch eine Ärztin und eine Gemeindearbeiterin, die Wissen zu gesundem Arbeiten vermitteln und bereits über 1‘000 Teppichknüpferinnen Arztbesuche ermöglicht haben.
Neben der täglichen Arbeit in den Dörfern sucht Label STEP auch in Afghanistan den engen Kontakt zu lokalen Produzenten und Exporteuren und freut sich über deren große Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Auch der Kontakt zu Behörden und Regierung wurde bereits aufgenommen, um dort die Interessen der Knüpferinnen zu vertreten: Oberste Ziele sind die Anhebung des Lohnniveaus, der Zugang der Knüpferinnen zu Sozialleistungen sowie die staatliche Förderung der Teppichbranche.
Label STEP ist zuversichtlich, dass das internationale Interesse an afghanischen Teppichen weiter zunehmen wird. Und dass der faire Handel dafür sorgt, dass auch die Knüpferinnen von dieser Entwicklung profitieren.

