Die Seidenteppichknüpfer Kaschmirs
Der Leiter des indischen Label STEP-Büros hat die indische Kaschmir-Region besucht. Eine Normalisierung der angespannten Lage in der Region zeichnet sich momentan ab. Von einer langfristig stabileren Wirtschafts- und Sicherheitslage profitiert auch die Teppichindustrie Kaschmirs.
Indien ist ein grosses Land. Fast zweieinhalb Tage war Mayank Srivastava, Leiter des indischen Büros von Label STEP, auf dem Landweg unterwegs. Die 1’600 Kilometer lange Reise führte von Varanasi im Teppichgürtel Indiens, wo sich das Büro von Label STEP befindet, nach Srinagar im Kaschmirgebiet. Die Stadt mit einer Million Einwohnern ist Verwaltungssitz der Region und liegt auf einer Hochebene, die von den Gebirgszügen des Himalayas umgeben ist. Die Region ist reich an Kultur und an Naturschönheiten - vermutlich mit ein Grund wieso Kaschmir oft die ‚Schweiz Indiens’ genannt wird. „Ich bin zuversichtlich, dass sich die Lage in der Kaschmir-Region weiter stabilisiert und Label STEP dort zusätzlich zu den Kontrollen der Arbeitsbedingungen bald Entwicklungsprojekte durchführen kann. Die Exporteure zeigen sich sehr offen für Projekte und Kontrollen von Label STEP“, führt Srivastava aus.
Die feinsten Seidenteppiche Indiens
Die Kaschmir-Region ist berühmt für seine Seidenteppiche und blickt auf eine jahrhundertealte Knüpftradition zurück. Heute werden die Teppiche sowohl in Heimarbeit in den Dörfern des Kaschmirtals als auch in kleineren Manufakturen mit vier bis acht Knüpfstühlen in der Zentrumsstadt Srinagar hergestellt. Das Produktionsgebiet erstreckt sich über Hunderte von Kilometern. An den Knüpfstühlen in der Region arbeiten Meisterknüpfer und Lehrlinge, Arabisch ‚Ustaads’ und ‚Shagirds’ genannt, zusammen. Der Meisterknüpfer liest die Farben des entstehenden Teppichs in einer Art Sprechgesang vor, die Lehrlinge machen die entsprechenden Knoten. Die Teamarbeit am Teppich, die höchste Konzentration erfordert, wird so im Rhythmus des Gesangs des Meisters durchgeführt. Seide ist das wertvollste Teppich-Rohmaterial, das in komplexen Mustern und mit einer Dichte von bis zu einer Million Knoten pro Quadratmeter zu Teppich-Kunstwerken verarbeitet wird. Erfahrene Knüpfer arbeiten vom ersten Knoten bis zur Fertigstellung eines Seidenteppichs mehrere Monate.
Fairer Handel in allen Teppichregionen Indiens
Nach Jahrzehnten des Kriegs und Terrorismus’ hat sich die Situation in Kaschmir nun etwas entspannt. Eine weitere Normalisierung der Sicherheitslage würde die lokalen Teppichindustrie und langfristige Handelsbeziehungen unterstützen und zugleich ein gutes Fundament für die Stärkung des fairen Teppichhandels bilden. „Die Tourismus- und andere Industrien Kaschmirs sind momentan auf dem Vormarsch. Ich glaube, dass auch die Teppichindustrie Kaschmirs mit seinen qualitativ hervorragenden Produkten in den kommenden Jahren einen Aufschwung erleben wird“, gibt sich Mayank Srivastava überzeugt. Eine stabile Sicherheitslage wäre auch die beste Voraussetzung, um die Aktivitäten von Label STEP zugunsten der Teppichknüpfer Kaschmirs zu intensivieren.


